Die erste Woche.

Sonntag, 22.05.2011

Tagebuch

 

Montag:

Ankunft

Dienstag (17.05.2011):
Der Abend in der Karaokebar war verdammt gut. Dies lag vermutlich auch an einem relativ hohen Alkoholgehalt im Blut. ;-)

 

Mittwoch (18.05.2011):
Nach einer kurzen und alkoholreichen Nacht wachte ich gegen 9 Uhr auf. Matthew berichtete mir, dass ich um 11 Uhr von einer weiteren Praktikantin namens Nina im MC-House abgeholt würde. Nina ist aus den USA und hat bereits 8 Wochen in der Gastfamilie verbracht. Gegen 11 Uhr erhielt ich von ihr einen Anruf. Sie gab mir Bescheid, dass sie sich um etwa eine Stunde verspäten würde. Nach einer weiteren Stunde rief sie mich erneut an. Erneut kündigte sie an, dass sie sich um eine weitere Stunde verspäten würde. So ist es eben in Afrika, Termine können nicht eingehalten werden ;-)
Schließlich machte ich mich mit Nina auf den Weg zu meiner Gastfamilie. Ken (ein Praktikant aus Asien) half Nina und mir meine Koffer in ein Matato (Bus) zu packen. Der Weg zum Bus war sehr anstrengend, denn ich habe (zu) viele Sachen mitgenommen. Irgendwie und irgendwann erreichten wir schließlich die nächste Haltestelle.

Nach etwa einer Stunde und extrem viel Verkehr erreichten wir Kampala New Park. Kampala New Park hat mich total gestresst. Unglaublich viel Verkehr, Lärm und das Gefühl völliger Ahnungslosigkeit hat mich total „gebothered“. Schätzungsweise 200 Kleinbusse warteten darauf abzufahren. Dabei das richtige „Taxi“ zu finden und nicht den Überblick zu verlieren war wirklich nicht leicht. Ohne Nina wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen.

Weitere 1 ½ Stunden später erreichten wir schließlich und endlich Mpigi Town. Mpigi ist die Kleinstadt in der wir beide leben.
Mpigi hat einen kleinen Markt, ein paar „Restaurants“, eine Bank und natürlich einige „Shops“ in denen man sein Handy-Guthaben aufladen kann. Ansonsten ist Mpigi Town nicht besonders erwähnenswert. Nicht besonders schön, aber auch nicht hässlich.

Natürlich fallen wir beide (Mzungu=weiße Person) hier auf. An jeder Ecke wurden wir befremdlich angesehen, geradezu als ob wir von einem anderen Stern kommen würden. Insbesondere weil wir „vollbepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen“ waren.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir endlich das Haus unserer Gastfamilie.
Ich wurde sehr herzlich begrüßt. Alle Kids sowie Jimmy und Maria sind richtig toll!

Nina und ich gingen nach der Begrüßung eine Kleinigkeit in der Stadt essen, dort habe ich zum ersten Mal „Chapati“ probiert. Sehr lecker mit Bohnen!

Zum Verständnis: In der Gastfamilie leben der Gastvater (Jimmy) und die Gastmutter (Maria) sowie 9 Waisenkinder, 1 Hund und 2 Praktikanten. Alle Praktikanten sind ein Teil der Familie und werden auch so behandelt. Es gefällt mir sehr gut hier, auch wenn Nina und ich nicht immer mit dem Gastvater einer Meinung sind. Dies liegt aber eher an einem anderen kulturellen Hintergrund.

 

Donnerstag (19.05.2011):
Nina zeigte mir in Mpigi sowie in Kampala wichtige Anlaufstellen für das tägliche Leben. Des Weiteren hatten wir mit Jimmy ein Treffen in Kampala bei Watato. Dort trafen wir auf Dennis, ein Mitarbeiter von Watato, welcher sich insbesondere mit der IT beschäftigt. Watato ist eine große und weltweite Organisation die christlich geprägt ist und sich zum Teil auch um die Erziehung von Waisenkindern kümmert. Toll!

Freitag (20.05.2011):
Nach einer angenehmen Nacht starteten Steven, Nina und ich mit dem „privaten Bodenfahrer“ Richard eine Tour durch die Dörfer. Es war AMAZING! 4 Leute auf einem Motorrad über Stock und Stein. Das war richtig toll! Aber nicht nur dies, richtig toll war es die Landschaft sowie die Menschen auf den Dörfer kennenzulernen. Die Landschaft besteht aus einer feucht-tropischen Vegetation. Viele verschiedene Vögel und andere Tierarten könnte ich sehen. Es war traumhaft.
Der Höhepunkt war allerdings der Besuch eines Kindes, welches nur noch eine„Jaja“ (Großmutter) hat. Warum war es der Höhepunkt? Wir konnten dem Kind mitteilen, dass wir (insbesondere Nina) ihre Schulgebühren übernehmen. Ich kann es leider nicht mit Worten beschreiben, aber es war ein wunderschöner Augenblick den ich niemals vergessen werde. Die Freude in dem Gesicht des Kindes zu sehen war wunderbar. Ich habe niemals ein Kind gesehen, dass sich so sehr über einen Schulbesuch freut. Und das, obwohl der Weg zur Schule pro Richtung 1 Stunde (!) pro Richtung beträgt. GREAT!

Es ist leider üblich, dass Kinder auf den Dörfern keine Schule besuchen, da dies für einige Familien finanziell nicht möglich ist. Zur Verdeutlichung: Ein Schulbesuch mit Verpflegung und Uniform kostetet pro Jahr vielleicht gerade einmal 15-20€ (!).

 

Samstag (21.05.2011):
Nina und ich wachten früh auf, da wir uns heute sehr früh auf den Weg nach Kampala machten um Dennis zu treffen.

Wir nahmen, wie üblich, ein Matato. Es war sehr regnerisch, weswegen ich mich etwas um unsere Sicherheit sorgte. Und ich sollte recht behalten. Nach etwa 30 Minuten kamen wir in einen Stau und ich hatte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Ich fragte mich: „Was ist wohl der Grund des Staus?“ Vielleicht einfach nur Handel auf der Straße? Dies wäre allerdings unüblich für diesen Streckenabschnitt gewesen, da auf diesem Abschnitt kaum Handel betrieben wird. Vielleicht eine Feier? Vielleicht ein Verkehrsunfall?
Es war ein Verkehrsunfall und leider habe ich es erst gemerkt, als ich das grauenhafte Bild bereits sah. Es war grauenhaft! Ich habe glücklicherweise nur für einen Bruchteil das Autowrack gesehen, aber es hat schon gereicht mich beinahe übergeben zu müssen. Blut lag verteilt über der Straße, ein Mensch lag tot eingeklemmt zwischen dem Dach des Jeeps und der Straße. Andere Insassen lagen verteilt auf der Straße. Ich habe keine Ahnung, ob überhaupt eine Person diesen Unfall überleben konnte. Es war grauenhaft!

Nach diesem Schock waren wir erst einmal sehr down und konnten uns nicht der tollen Landschaft erfreuen.

Gegen 12 Uhr trafen wir Dennis in Watato und führten eine leichte Veränderung der Homepage von Sheperd's House Childcare durch. Es ist nun möglich via PayPal für die Waisenkinder zu spenden. Eine gute und seriöse Sache!

Nach unserem Meeting aß ich eine Kleinigkeit und setzte mich anschließend zum ersten Mal alleine in ein Matato. Mein Ziel war „Jinja“, da ich dort die anderen Praktikanten von AIESEC treffen wollte. Die Reise war wie üblich sehr aufregend, da die Straßen in einem verdammt schlechten Zustand sind. In Jinja angekommen benötigte ich noch einmal etwa eine Stunde um eine Strecke von vielleicht 2 Kilometern zurückzulegen. Da ich keine Ahnung hatte wo sich das „Nile High Camp“ befindet war ich auf die Ortskenntnisse eine Bodafahrers angewiesen. Vertrauensvoll wandte ich mich an einen Fahrer, dieser setzte mich natürlich prompt an einer völlig falschen Adresse ab. Von dort nahm ich ein weiteres Boda, welcher mich ebenfalls an einer falschen Adresse absetzte. Aber es stimmt zumindest die Richtung, wesewegen der Dritte mich nach kurzer Fahrt endlich am Camp absetzen konnte.

Doch der Stress lohnte sich! Rechtzeitig zum Sonnenuntergang konnte ich bei einem leckeren Bier einen wunderschönen Blick auf den Nil genießen. Überall Vegetation, Tiere (insbesondere Affen) in freier Umgebung zu sehen und dabei den Nil im Hintergrund zu haben und dann auch noch ein Bierchen schlürfen. Das war AWESOME!

Sonntag (22.05.2011):
Ein Frühstück am Nil zu genießen während man direkt auf den Nil schaut ist einfach nur geil! Nach dem Frühstück machte ich mich gegen 12 Uhr wieder von Jinja zurück auf den Weg nach Mpigi. Insgesamt benötigte ich etwa 5 Stunden.

Angekommen.

Dienstag, 17.05.2011

Hallo liebe Leser,

wow, ich bin angekommen und es lief nahezu problemlos!

Ich muss sagen, dass ich gerade einen krassen Kulturschock erlebe und völlig geflasht bin. Hier dreht sich die Welt einfach anders und obwohl ich mich wirklich sehr darauf eingestellt habe muss ich mich erst an das "neue Leben" gewöhnen.

Doch bevor ich ins Detail gehe möchte ich euch kurz meine bisherigen Erlebnisse schildern.

Sonntag: Die letzten Reste der tollen Party wurden beseitigt. Die restliche Zeit habe ich damit verbracht meine Koffer zu packen und mir mit lauter Musik jegliche Sorgen wegzuballern. Das hat sogar so gut geklappt, dass ich gut 15 Kilo zu viel Gepäck hatte. Nach gut 6 Stunden hatte ich schließlich 33 Kilo (3 Kilo zu viel) und konnte wirklich (!) an keiner weiteren Stelle mehr Gewicht einsparen. 


Montag: Nach einer kurzen Nacht kam endlich der große Tag. Erstaunlich gelassen konnte ich bis zum Flughafen fahren. Am Flughafen selbst kaufte ich mir buchstäblich in den letzten Minuten einen TravelPlug (^^) um meinen Blog zu vervollständigen ;-)
Als jedoch der Abschied kam, musste ich schon etwas mit den Emotionen kämpfen. Als ich jedoch anschließend auch noch euer tolles Abschiedsgeschenk geöffnet habe kamen mir allerdings einige Tränchen :-P
Der Flug nach Istanbul lief prima, etwas eng aber gut! In Istanbul hatte ich ausreichend Zeit eine Kleinigkeit zu trinken und mir etwas Gedanken zu machen. Nach knapp 2 1/2 Stunden ging der nächste Flug Richtung Entebbe. Kaum saß ich im Flugzeug war ich auch schon im Gespräch mit einer jungen Studentin aus Kampala. Bis auf einen mehr oder weniger erholsamen Schlaf haben wir beide uns bis Entebbe sehr gut unterhalten können.

Am Flughafen kam dann ein kleiner Schock. Erwartungsvoll suchte ich nach einem Typen namens Peter, allerdings war Peter zunächst nicht da. Waaaaa! Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich jedoch sehr herzlich durch Peter und Matthew empfangen.
Trotz Regens und schlammigen Straßen ging die Fahrt von Entebbe nach Kampala recht schnell vorbei.
Angekommen im "Lager der AIESECer" habe ich mich sehr schnell ins Bett gelegt und dem Surren der Mücken gelauscht.

Nach einer weiteren kurzen Nacht habe ich heute alle Mitglieder des Lagers kennengelernt und mich ins Zentrum Kampalas gestürzt. Eine aufregende Fahrt mit einem örtlichen Bus (ähnlich wie ein türkischer Dolmus) und einer noch viel aufregenderen Fahrt mit einem Boda Boda (Motorrad mit 3 Personen) war ich völlig fasziniert von der Leichtigkeit des Lebens in Uganda.

Damit ihr euch vorstellen könnt wie es hier aussieht habe ich vorerst zwei Links für euch.

http://www.vanderbilt.edu/oacs/kampala/Dec08/kampala-uganda.jpg

und

http://stuartbandit.me.uk/uganda/kampala1.jpg

Ich werde morgen einige Bilder schießen und diese dann hochladen.

Gleich geht's los in eine Karaokebar zum "Pattying" (Party machen ^^).


Ich melde mich wieder!

Ein kleiner Einblick

Mittwoch, 13.04.2011

Hallo liebe Leute,

ich habe gerade zufällig auf Youtube ein Video der Organisation gefunden, bei der ich tätig sein werde. Ich bin schon total aufgeregt!

 

Quelle: Sheperds House Childcare

Where the hell is Matt?

Freitag, 08.04.2011

Mal was für zwischendurch...

 

 

Quelle: http://www.wherethehellismatt.com/

Die Vorbereitungen - Fortsetzung

Montag, 04.04.2011

Hallo zusammen,

ich habe mal wieder ein kleines Video aufgenommen. Viel Spaß!

 

Die Vorbereitungen

Dienstag, 22.03.2011

Hallo liebe Leser,

ich möchte euch auf den aktuellen Stand meiner Vorbereitungen bringen.

Nachdem ich vor einer schier unüberwindbaren Aufgabe stand, alle Gedanken, die mich bezogen auf meine Vorbereitungen beschäftigen, auf einem Blatt Papier zusammenzufassen und dabei auch nichts zu vergessen und schrittweise abzuarbeiten überkommt mich momentan ein eigenartiges Gefühl. Dieses Gefühl ist eine Mischung aus unglaublicher Freude gepaart mit 'was wird mich in Uganda erwarten', einem Ansatz von 'wie wird sich meine Umwelt in der Zeit meiner Abwesenheit verändern?' sowie einem Hauch von 'die Vorbereitung ist gar nicht so schlimm!'. 

Aber ich bin zuversichtlich, denn et hät noch immer jot jejange!

Da ich nun alle wichtigen Handlungen vorgenommen habe kann ich mich nun wieder enthusiastisch an meine Klausurvorbereitungen setzen und die Tage bis zum Abflug zählen. 

Für alle die sich ebenfalls mit dem Thema "Ab ins Ausland" beschäftigen schreibe ich meine bisherige Vorgehensweise der Vorbereitung ebenfalls in diesem Blog.

'Was bisher geschah'

- Erhalt der schriftlichen Prakitkumsbestätigung
- Reisepass beantragt (mit schickem biometrischem Passbild sowie Fingerabdrücken)
- ständiger Schriftverkehr mit den örtlichen Verantwortlichen in Uganda und in meiner Heimat
- Anmeldung zum Sprachkurs
- Impfplan erstellt
- Termine für die ersten Impfungen vereinbart
- Flug gebucht (Flexibles Rückflugticket)
- Auszeit auf der Arbeit angekündigt 

 

Als nächstes stehen folgende wichtige Schritte an:

- Krankenversicherung abschließen
- Zuschüsse beantragen
- mir noch nicht überschaubare Schritte

 

So, jetzt wird wieder gelernt.

Bis bald! 

 

PS: an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sebi und Susi! :-)

Erster Eintrag

Freitag, 18.03.2011

Hallo zusammen,

dies ist mein erster Eintrag in diesem Blog. Der erste Eintrag eines Abenteuers an dem ihr teilhaben könnt. 

Von Mai bis August lasse ich alles stehen und liegen und werde in eine Welt eintauchen, welche ich mir momentan selbst nicht ganz ausmalen kann. 

Ich bemühe mich auf dieser Seite so viele Erlebnisse wie möglich zu veröffentlichen, damit ihr mich auf meiner Reise begleiten könnt. 


Das Abenteuer kann beginnen!